Cal
Tjader war zweifellos der bekannteste Leiter von Latin-Jazz
Bandsohne südamerikanischen Hintergrund. Von den 50er Jahren
bis zu seinem Tod war er die Verbindungsstelle zwischen Latin-Jazz
und Bop. Seine leichte, rhythmische und dabei auch fröhliche
Art, Vibraphon zu spielen, konnte beiden Stilen genügen.
Seine
vielen Aufnahmen für Fantasy und Verve und seine lange
Zeit in der Farncisco Bay hatten einen starken Einfluss auf
Carlos Santana und Latin-Rock im allgemeinen. Er beherrschte
auch Schlagzeug und Bongos,
vor allem letztere, was er beim George Shearing Quintett unter
Beweis stellen konnte.
Tjader
studierte Musik und Pädagogik am San Francisco State
College. Sein damaliger Zimmernachbar in der Bay Area war
Dave Brubeck, der von 1949 bis 1951 Schlagzeuger im Brubeck
Trio war. Er arbeitete auch zusammen mit Alvino Rey, leitete
seine eigene Gruppe und wurde 1953 Mitglied bei Geoege Sharings
Quintett, als dieses gerade den höchsten Punkt seiner
Beliebtheit und Berühmtheit erlangt hatte. Er war der
Vibraphonist und Percussionist der Band und verliebte sich
während dieser Zeit in die Lateinamerikanische Musik.
Im nächsten Jahr verließ er Sharings Band und
gründete seine eigene, bei der er mehr Wert auf Latin-Elemente
legte, aber weiter am Jazz festhielt. Willy
Bobo und Mongo
Santamaría wurden beide Mitglieder in Tjaders Band
und auch Vince Guaraldi stieg vorübergehend als Pianist
ein. Tjader nahm viele Jazz-Alben auf, die meisten davon mit
Latin-Elementen. In den 50er Jahren stand er bei Fantasy unter
Vertrag, wechselte 1961 zu Verve, als das Label unter Creed
Taylors Leitung stand. Er erweiterte seine stilistischen
Möglichkeiten mit Musikern wie Lalo Schifrin, Anita O’Day,
Kenny Burell und Donald Byrd. 1965 schaffte er es, mit einen kleinen
Hit zu landen, mit einer neuen Version von Dizzy Gillespies
"Soul Sauce" und Chano
Pozo’s "Guacha Cuaro", das er schon für
Fantasy aufgenommen hatte.