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Bolero
Der
Bolero ist ein langsamer Tanz. Er entstand
in Kuba gegen Ende des 20. Jahrhunderts aus dem
spanischen Bolero, hat aber eigene musikalische
Merkmale. Eines dieser Merkmale sind die romantischen
Texte mit einem klaren Bezug zum Interpreten,
so dass Bolero häufig mit Emo-tionen assoziiert
wird. Meistens geht es in den Texten um Liebe,
gebrochene Herzen und Sinn-lichkeit. Im traditionellen
Bolero erkennt man die verschmolzenen Musikstile
aus Spanien und Kuba sowohl an der Melodie als
auch an der Gitarren-Begleitung. Der Rhythmus
des Bolero gleicht dem von
Danzón und Habanera,
der Tanz an sich ähnelt allerdings dem Son.
Der
erste bekannte Bolero wurde von dem kubanischen
Künstler Pepe Sánchez 1885 kom-poniert
und hat den Titel "Tristezas", was auf deutsch
so viel heißt wie ,Traurigkeit'.
Pepe
Sánchez gehörte zur Generation der
kubanischen Sänger und war ein Pionier, wenn
es darum ging, die Elemente des Bolero zu finden
und zu nutzen. Er wurde in Santiago de Cuba geboren,
ging dann nach Havanna und lebte auch in anderen
Teilen der Karibik. Gegen Ende des 19, Jahrhunderts
begann der Bolero an Form zu gewinnen. Zwei Boleros,
die ein Paradebeispiel für den Rhythmus des
Bolero sind, sind "Vereda Tropcial" (Tropischer
Pfad) und "Nocturnal", beide aufgenommen von Pedro
Vargas. Dies war die Geburt des Bolero. Der kubanische
Einfluss des "Matamoros Trio", der den östlichen
Son mit dem Bolero vereinigte machte den Bolero
1927 tanzbar.
Der
Bolero Rhythmus ist in 4/4-Takten aufgebaut. Beim
tanzen des Bolero beginnen die Partner erst
beim zweiten Schlag mit einem schnellen Schritt,
auf dem dritten Schlag folgt ein weitere schneller
Schritt, beim vierten Schlag schließlich
folgt ein langsamer Schritt. Der erste Schlag
des nächsten Taktes bleibt wieder frei, lediglich
das Becken wird bewegt.
Der
Bolero ist der romantischste und sentimentalste
Tanz der Karibik. Dank seiner einfachen Struktur
erfreut sich der Bolero weltweiter Beliebtheit.
Dies geht sogar so weit, dass der Bolero der am
häufigsten getanzte Tanz in all sozialen
Schichten ist. Er ist erotischer und sinnlicher
als jeder andere Tanz, selbst den Tango übertrifft
er. Der Grund dafür ist die Art, wie der
Partner gehalten wird. Sie vermittelt sinnliche
Liebe. Der Hüftschwung des Bolero ist der
gleiche wie der des Rumba.
Bei beiden bewegt sich die Hüfte auch dann
noch, wenn ein Schritt auf einen Schlag ausgelassen
wird.
Beim
Bolero stehen sich die Partner gegenüber,
stehen sehr eng beieinander und haben die Arme in
lateinamerikanischen Haltung, der Ober- und Unterarm
befinden sich also auf der gleichen Höhe und
bilden einen rechten Winkel. Der Tanz besteht nur
aus zwei Bewegungen, die während der ganzen
Zeit wiederholt werden. Die Partner drehen
sich langsam nach links, bleiben dabei allerdings
fast an der gleichen Stelle. Die Bewegungen sind
für Frauen und Männer gleich, der einzige
Unterschied besteht darin, dass der Mann seinen
rechten Fuß bewegt, während die Frau
ihren linken bewegt und umgekehrt.
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